Bluray: Gladiator

Heute habe ich mir die Extended-Version von “Gladiator” angeschaut. Ein packender Film, spannend, teilweise brutal, und nett anzuschauen allemal. Ich will nicht undankbar sein. Irgendwo wollen die 5 Oskars ja auch hergekommen sein. Und so ganz unrecht hat der begeisterte Rezensent von AREA DVD auch nicht (ichhabe aber nur die “Volks-Bluray” mit den überschärften Flächen).

Und es war ein Wiedersehen mit Derek Jacobi, diesmal nicht als “Claudius, Kaiser und Gott”, sondern “nur” als Senator. Well done and played. Und Oliver Reed in seiner letzten Rolle. Respekt. Den Commodus habe ich von der Visage her erst für Orlando Bloom gehalten (paßt schon, denn ich mag ihn bzw. sein Spiel nicht sonderlich), es war aber Joaquin Phoenix. Von mir aus. Der Unterhaltungswert war OK, das Ganze irgendwie in sich stimmig, und es stimmt schon, daß der Film sich sehr wohltuend vom Pathos üblicher Monumentalschinken abhebt. Da war bis in die 70er ganz anderes Zeug verkehrsfähig.

Beschwert hat sich bei mir nur – und das überwiegend nur rückwirkend – der azcg bzr halbgebildete Freund (römischer) Geschichte. Es ist dieses “Moment, aber das war doch ….”-Gefühl, mal mehr, mal weniger. Irgendwer hat mir im Vorfeld etwas von Authentizität des Filmes erzählt. Gemeint waren vielleicht Aspekte des Nahkampfes, denn dem davon angestachelten konzentrieren Blick konnte der Film dann überhaupt nicht standhalten, und das hat mich derb enttäuscht.

Was für einen im Grunde unhistorischen Quark hat uns Ridley Scott da angerührt. Weiterlesen

Im Kino zu Pandora

Seit Jahren war ich wieder im Kino. Zuletzt war es Wall-E. Lange her. Hypes kann man sich schwer entziehen, und den ersten “richtigen” 3D-Film wollte ich auch sehen. Also habe ich für meine Frau und mich Plätze reserviert, um den “Frauenfilm” (O-Ton James Cameron) adäquat zu genießen: Das große Kino im Cinedom, 220 Quadratmeter Leinwand, Digitalprojektor, Reihe 17 hinten. Weiterlesen

Filmtipp: Ein Sommernachtstraum

Nach dem Konzert am Freitag und den Dekanatsbesinnungstagen war ich so K.O., daß es für den Abend nichts Schweres mehr sein durfte. Wie schön, daß die DVD “Ein Sommernachtstraum” noch ungesehen im Regal schlummerte.

Kurzum: Ein überaus vergnüglicher Shakespeare-Abend in schönen Bildern (Toscana, seufz, auch wenn sie mit Athen so gar nichts zu tun haben will) mit einem guten Ensemble einschließlich einer fatastisch neurotischen Helena (was bei Calista Flockheart ja auch irgendwie naheliegt), und einer köstlich-grausam-dilettantischen Theater-im-Theater-Inszenierung am Schluß.

Noch mehr Phantomschmerzen

Zwischenzeitlich habe ich mich etwas kundig gemacht. Laut Wikipedia war das Lexikon des internationen Films weitaus ungnädiger als der Autor dieser Zeilen.

Die Pointe ist, daß Gerard Butler gar kein Sänger ist. Punktum. OK, den Verdacht hatte ich ja schon wegen der Belegtheit seines Vortrags. Er spielt halt in etlichen Blockbustern mit.
Insgesamt war das Casting wohl nicht so geradlinig wie erhofft. Hätte doch Antonio Banderas zugesagt. Oder auch nur Patrick Wilson die Rolle gekriegt. Das wäre nicht optimal gewesen, aber allemal sängerisch besser.

Leider singt auch Minnie Driver nicht selbst und wird sängerisch gedoubelt. Nur im Abspann singt sie selbst. Der Abspann…

Der Abspann hat mich übrigens dann noch in den Resten verärgert, denn das dort von Driver gesungene Lied taucht im Musical gar nicht auf und ist mithin komplett überflüssig. Das war ein sinnloser Kniefall vor den Konventionen der Hollywood-Stangenware (erst ein Song, dann noch etwas Instrumentales, bis der Abspann endlich vorbei ist). Ein ordentlich durchkomponierter Abspann im Sinne eines John Williams als Reprise wäre vielleicht in jeder Beziehung sinnvoller gewesen, und für einen Material-Recycler wie Lloyd Webber nun bestimmt keine Herausforderung gewesen. Aber ein Popsong nach dem Finale? Wie erbärmlich.

Zu Emmy Rossum ist anzumerken, daß sie wirklich selbst gesungen hat und bei den Dreharbeiten gerade mal 17 Jahre alt gewesen sein soll. Angesichts dieser Voraussetzungen kann man mit Ihrer Vorstellung wohl wirklich gnädig sein. Ob freilich Seancen zur Vorbereitung auf die spiritistische Seite der Rolle eine wirklich gute Idee waren, nun ja…

Das Phantom der Oper (BluRay)

2004 ist das Phantom der Oper von Joel Schumacher und Andrew Lloyd Webber in die Kinos gebracht worden. Mein Eindruck ist extrem zwiespältig. Wesentlich dazu beitragen (die) Sänger. Huch?

Ausstattung

Die BluRay als solche enttäuscht nicht. Das Bild ist super, der Ton ist einwandfrei. Aber keine Extras. Nichts, keine Kommentare, nada, zilch!

Ton und Sprache

Wir haben uns die englische Tonspur (mit deutschen Untertiteln) gegönnt, denn bei deutscher Sprache wird deutsch gesungen, offenbar von den “amtlichen” Stimmen. Klanglich wäre uns damit vielleicht etwas erspart geblieben. Ich habe aber nur ganz kurz reingehört. Denn die Übersetzungen von Michael Kunze sind für meinen Geschmack viel zu frei Weiterlesen

Lucas oder doch lieber nicht?

Oehmann mag Star Wars nicht mehr, soviel ist klar. Aber ganz ehrlich: Hat er nicht recht? Bei den Episoden I-III fragte ich mich tatsächlich von Episode zu Episode mehr: Warum schaue ich mir das jetzt eigentlich an?

Um fertigzustellen, was ich mit 12 (in der Tat, wir sind dieselbe Generation) angefangen habe? So wiwe Familientreffen und der Besuch bei Mutti? Die Menschen, die sich den schon nicht mehr antun (und noch nicht so weit sind, es wieder zu wollen) sind ja auch Legion.

Jedenfalls war Episode III für mich schaler als altes Bier: Was hätte draus werden können, wenn jemand die Geschichte erzählt hätte, der sich auch nur ein wenig für Menschen interessiert und für das, was in ihnen vorgeht?

Das sind natürlich Interessen, die über die durchschnittliche Teenie-Perspektive hinausgehen, aber die Star-Wars-Jünger sind doch erwachsen geworden, und warum soll man sie emotional verhungern lassen?

Vielleicht liegt es wirklich daran, daß George Lucas hier schlicht und ergreifend blind ist. Schad.

Sam Neill zu Steuererhöhungen

Ich bin ja seit langem ein Fan von Sam Neill. Vielleicht weil er immer sehr unterkühlt spielt, kein großes Aufhebens um sich macht, kaum als Star auffällt, und ein Faible für “kleinere” Projekte hat, ich kann es schwer ausdrücken.

Natürlich, weil er ein Kiwi ist, und diese wunderbare Rolle in “The Dish” gespielt hat, einem der Filme, bei denen mir ganz schwermütig wird. Oder in Reißern wie “Event Horizon”.

Daß er diesen ganz eigenen unterkühlten Humor, und auch etwas zu sagen hat, illustriert vielleicht folgendes Bonmot:

Perhaps we should look at somewhere else where they recently used the time-old bribe of tax cuts, and see how it worked. In 2000, George W. Bush, under the reasonable sounding ‘compassionate conservatism’, offered huge tax cuts. And he delivered. Take a look at America now. The rich are certainly richer, but the economy is in the tank, a healthy surplus has been converted into a massive deficit, and the U.S. is a place that cannot even afford the basics. Like maintaining levees in low-lying Louisiana. Might I suggest that tax cuts led indirectly to the flooding of New Orleans?

Vielleicht muß er nicht so viel Aufregung produzieren, weil er lieber Wein anbaut.

Guerilla-Drive-In : Autokino selbstgemacht

Gerade bin ich auf eine wirklich faszinierende Bewegung gestoßen: “Guerilla Drive In” nennt es sich.

Leute treffen sich auf irgendeiner Brachfläche und schauen Filme. Videoparty outdoors, sozusagen.

Angefangen haben soll das Ganze 2001 mit dem Oakland Liberation Drive In. Populär ist auch der Santa-Cruz Guerilla Drive In. Da gibt es auch eine Anleitung. Es gibt viele.

In erster Linie soll das Ganze natürlich Spaß machen. Es ist Party und Happening. Dahinter steckt aber auch Verärgerung über die Kinoindustrie, ihre Preise und den Kommerzwahn darin (siehe unten). Aber es geht auch im Kommunalpolitik, um die Entwicklung von Stadtteilen, um die Revitalisierung von Ödland. Auch um Bürgerrechte in paranoiden Zeiten, also die Nutzung von “Public Space”.

Damit hat man es jenseits des Spaßprinzips mit Bürgerinitiative im besten Sinne des Wortes zu tun.

Mal schauen, wie sich das Ding entwickelt.

Warum ich nicht mehr ins Kino gehe

Es gab Zeiten, da waren Kinobesuche für mich das Größte: Mit allen Sinnen (OK, Geruchssinn nicht, aber da wurde die Fantasie noch nicht durch Popcorn beeinflusst) abtauchen in andere Welten.

Technisch nicht perfekt, aber die Rollen waren OK und akzeptabel: Man zahlte (recht wenig, 1977 waren es 5 Mark für “Krieg der Sterne”) brav den Eintritt, ertrug die Werbung (“Erfolgreich werben. Gezielt den Verbraucher ansprechen. Kinomatfilm Wuppertal!”, oder der unsägliche AGIR-Epilepsietest), kriegte noch einen “Vorfilm”, und dann ging es nach der Langnesewerbung (es gab eine Zeit VOR “like ice in the sunshine”) endlich los, nachdem die aufdringliche Dame mit dem Eiskonfekt verschwunden war.

Dafür durften wir aber Taschen mitnehmen, besonders später in den Multiplexen, und alles war easy.

Heute? Heute werde ich an Eingang gefilzt. Ich könnte ja eine Kamera dabeihaben, oder “illegale” Süßigkeiten (draußen gekauft, igitt). Ernsthaft, das ist mehrmals passiert, und schon vor langer Zeit.

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