Nie wieder Arundo

Mit einiger Wehmut und Entschlossenheit habe ich mich gerade von meinen Rohrblättern getrennt. Seit Jahren spiele ich nur noch Legere-Blätter, und dabei soll es auch bleiben. Also hat es keinen Grund, an der Sammlung zu kleben.

Gehet hin in Frieden!

Hintergrund: Vom Nick Kückmeier habe ich das fabelhafte B2-Klarinetten-Mundstück extra für Legere-Blätter bekommen. Es tönt nicht von allein, aber es hat einige Anpassungsprobleme nicht, unter denen mein Klarinettenton immer gelitten hat und wo ich auch einiges an Geld versenkt habe, um dem auf die Schliche zu kommen. Fazit: Es gibt “Legere-Friendly”-Mundstücke, deren Bahn so exakt ist, dass sie für das Kunststoffblatt passt, denn es kann sich nicht anpassen. Solche Mundstücke macht der Nick, und für einen akzeptablen Preis.

Also fott mit dem Schrott!

Hab endlich einen Klarinetten-Blog-Artikel wiedergefunden, über den ich vor einiger Zeit gestolpert bin.

David Thomas zitiert darin Arne Running, und der zitiert wieder Ronald Reuben: Musiker, die nach Jahren der Berufspraxis, nach Studium und weiß-der-Henker rauskriegten, warum und wie sie ihren Klarinettenton behinderten, nämlich “einfach”, indem sie die Klarinette tief hielten, “weil das die Meister so machten”.

Man könnte es negativ interpretieren, daß sogar Könner ewig brauchen, bis der Knoten platzt. Man kann es aber auch als Befreiung sehen, nach dem richtigen Material zu schielen und sich “Ton zu kaufen”. Natürlich soll schlechtes Material nicht behindern. Das Werkzeug soll schon gut sein.

Aber am Ende muß man den Ton selber machen, und da lohnt sich der Aufwand dann. Und das lange und ausdauernd. Das finde ich eher toll, weil es eine langfristige Perspektive gibt. Man muß nur das ganze Unternehmen als Roadmovie betrachten, und das fällt mir eher nicht so leicht.

Aber alle spirituellen Meister wissen, daß der Weg das Ziel ist. Für ergebnisorientierte Nerds freilich eine hohe Hürde. Seufz…

Wenn ein Kunststoffblatt stirbt

Grad habe ich auf der Klarinette “live” erleben können, wie ein Legere-Blättchen gaaanz langsam vor sich hin stirbt. Anders als beim Holz geben nicht einzelne Fasern langsam nach, so daß das Blatt irgendwann z.B. unvermittelt quietscht, oder daß es die Spannung schlagartig verliert. Das Blatt hat ja keine Fasern.

Das Blättchen wird einfach immer weicher, und wenn man nicht aufpaßt, bildet man sich noch ein, superhart blasen zu können. Jedenfalls habe ich die sich einschleichenden Spielprobleme erst viel zu spät auf das Blatt zurückgeführt. Es quietschte immer öfters. Das Instrument wurde “zickig”. Weiterlesen

Zurück zur Klari

Seit den Sommerferien übe ich wieder Klarinette. Und das ist gut so, denn da mußte wieder einiges getan werden.
Das Spielen auf dem Saxophon hat einige interessante Angewohnheiten gebracht, besonders das Spielen mit gesenktem Kopf und tief in den Mund genommenem Mundstück. Wie das beim Saxophon halt so ist :-)
Bei der Klarinette haben derlei Angewohnheiten böse Konsequenzen. Im Zweifel quietscht sie halt. Wie Klarinetten so sind.
Das mit “tief” und “weniger tief” sind übrigens nur wenige Millimeter. Eigentlich geht es wohl mehr um den Auflagepunkt der Unterlippe, und wenn man “saxisch” die Unterlippe auch nur minimal weiter ausstülpt, aber die Klarinette tief hält (45 Grad zum Boden), dann wandert bei sonst gewohntem Auflagepunkt der Schneidezähne das Blatt zu tief in den Mund und so verliert man die Kontrolle über die Obertöne.
Glücklicherweise bringt mich mein Lehrer nun wieder gewohnt ruhig aber unerbittlich “auf Zack”, und genau dafür habe ich ihn ja.

Auf der Flöte geht es im Moment eher schleppend voran. Für die Kirche arbeite ich mich an der h-Moll-Suite von Bach ab, die wäre auch so langsam dran. Die Querflötenschule (“Lern Querflöte spielen”) neigt sich dem Ende von Band 1 entgegen. Nur noch eine handvoll Seiten, dann ist Schluß. Die haben es allerdings auch in sich. Die letzten beiden Stücke sind die Schlußsätze aus der h-Moll-Suite. Was für ein Zufall :-)

Aber “mir wolle net hudele!”

Leichte Blättchen tönen tiefer

Warum steht sowas in keinem Lehrbuch? Ein leichtes Blatt begünstigt offenbar eine Intonationstendenz “nach unten”, wenigstens auf der Klarinette. Unangenehm wird das spätestens beim Überblasen im Altissimo-Register, weil man dann viel zu viel mit dem Kehlkopf stützen muß. Als Bariton ist bei mir bei “g” Schluß, und das ist bei der B-Klari dann das a””, was dann nur noch zeitweise und mühsam anspricht.

Sobald das Blättchen gleicher Sorte aber einen Tick härter ist, geht es gleich viel besser. Leider ist die Grenze für noch grad bequemes Spielen da schnell überschritten. Ich bin daher gespannt auf mein Umtauschblatt in 2,75 von Legere. Hoffentlich fällt es nicht zu hart aus.

Eine richtige Klarinette

Oha, was wird Doris bloß dazu sagen: Ich hab es mit der Shanghaiklari aufgegeben, und beim Tonger mein Herz an eine Buffet&Crampon E11 verloren. Das war das preiswerteste “richtige” Instrument. Leider ohne Es-Heber, denn der hätte fast 300 EUR mehr gekostet. War schon so irre teuer, als Familienmensch darf ich doch nicht mehr prassen.

Wenn es nun nicht klappt, hilft wohl wirklich nur noch Unterricht…

Das Hauptproblem ist und bleibt der Registerwechsel. Und der geht auf der E11 schon deutlich besser. Auch die Intonation ist gleichmäßiger, besonders in der Höhe. Bilde ich mir wenigstens ein…