Calvin, der Kabbale?

Es ist immer wieder drollig, was schlechte Übersetzer zustandebringen.

In einer (unsäglichen) Featurette zu “Underworld” etwa sagt ein Spökenkieker, er habe einen Pfahl mit “old cabbalistic spells” dabeigehabt, das ergibt ja auch mehr oder weniger Sinn. Der deutsche Untertitel spricht von einem “alten calvinistischen Zauberspruch”. Da war ich sprachlos.

Vom Kaliber durchaus mit der deutschen Tonspur der Blues Brothers vergleichbar.

Audietur et altera pars : Zur öffentlichen Vorab-Hinrichtung des MdB Jörg Tauss

Es geht mir hier nicht darum, darüber vorab zu befinden, ob Herr Tauss Pech hatte, sich strafbar machte, oder einfach nur grenzenlos leichtsinnig/dumm handelte, das wissen wir ja alles nicht, die wir nur staunend der rasend schnellen medialen Schnell-Hinrichtung dieses Abgeordneten folgen konnten.

Spiegel-Online war ja seltsamerweise quasi Augenzeuge der Hausdurchsuchungen.

Da in Deutschland immer noch (meist) die Unschuldsvermutung gilt, sei hier aus reinen Anstandsgründen die (Gegen-) Darstellung des öffentlich Beschuldigten verlinkt. Extrem lesenswert!

Es ist schon seltsam: Ein Verhalten wie von Spiegel-Online kennt man sonst nur von dessen Erzfeind aus dem Hause Springer. Und hält es dort schon für eine “Fehlentwicklung”, um den BGH zu zitieren.
Und selbst ohne Stellungnahme bot schon die Aussenbetrachtung genug Anlaß, von einer “medialen Hinrichtung” (Bettina Winsemann) zu sprechen.

Keiner will Blu-Rays kaufen?

Auf der diesjähren CES hört man die Goldkettchenträger und Nadelstreifler nöhlen: Die bösen Kunden verweigern einfach das Upgrade auf BluRay und kaufen weiterhin DVD.

Nee, wirklich? Was haben die eigentlich gedacht? Oder denkt in der Branche wirklich niemand?

Als die Videokassette abgelöst wurde, war der Vorteil des neuen Mediums DVD jedenfalls klar: Endlich ein klares, stehendes, Bild, direkte Kapitelsprünge, ordentlicher Ton und mehrere Sprachen sowie Untertitel. Und kein Bandsalat.

Das war echter Mehrwert, oder genauer: Endlich kriegte die Mattscheibe adäquates Material. Wer lange Jahre mit Videorecordern hantiert hat, wird das bestätigen können. Dafür lohnte sich Investition in neue Technik. Doch gilt das auch für die neue HD-Welt? Weiterlesen

ATARI – oder wie man mit Anwälten seinen Ruf ruiniert

Das Verhältnis von Spieleindustrie und Berichterstattung ist gespannt.
Einer braucht den anderen, und es geht um richtig viel Geld.

Klar, daß da argwöhnisch beobachtet wird, was denn veröffentlicht wird, wenn das millionenschwere Spiel an den Start geht. Darum ist es ja auch Tradition, sich das Wohlwollen der Redakteure durch Vorabmuster, kleine Aufmerksamkeiten – Schuft, wer “Bestechung” ruft – und Insiderstories geneigt zu machen. Zuckerbrot.

Wenn der Test dann kritisch oder gar vernichtend ausfällt – und die Schmerzgrenze sinkt – dann kann man schmollen, mit künftigem Liebesentzug drohen (keine Vergünstigungen mehr) oder im schlimmsten Fall schon mal “mit mehr” drohen. Peitsche.

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Guerilla-Drive-In : Autokino selbstgemacht

Gerade bin ich auf eine wirklich faszinierende Bewegung gestoßen: “Guerilla Drive In” nennt es sich.

Leute treffen sich auf irgendeiner Brachfläche und schauen Filme. Videoparty outdoors, sozusagen.

Angefangen haben soll das Ganze 2001 mit dem Oakland Liberation Drive In. Populär ist auch der Santa-Cruz Guerilla Drive In. Da gibt es auch eine Anleitung. Es gibt viele.

In erster Linie soll das Ganze natürlich Spaß machen. Es ist Party und Happening. Dahinter steckt aber auch Verärgerung über die Kinoindustrie, ihre Preise und den Kommerzwahn darin (siehe unten). Aber es geht auch im Kommunalpolitik, um die Entwicklung von Stadtteilen, um die Revitalisierung von Ödland. Auch um Bürgerrechte in paranoiden Zeiten, also die Nutzung von “Public Space”.

Damit hat man es jenseits des Spaßprinzips mit Bürgerinitiative im besten Sinne des Wortes zu tun.

Mal schauen, wie sich das Ding entwickelt.