Hm… Es ist unübersehbar: Spiele werden immer größer, Software ohnehin, und es wiederholt sich das alte Windows-Leiden: Je deutlicher man sich an den physischen Grenzen bewegt, um so wackeliger wird das Ganze.
Die Grenze der 32-Bit-Architektur verläuft zwar bei 4 GB, aber rein praktisch bereits bei 2 GB, denn mehr Speicher passt in eine normale Anwendung nicht rein (oder umgekehrt, also der Prozess darf nicht größer sein). Es ist ratsam, selbst davon einen gewissen Sicherheitsabstand zu halten. Sonst wirds instabil (ein realer Prozess ist halt mehr als Code und Nutzdaten).
Zu alledem kann man bei Toms Hardware was lesen.
Das Thema betrifft eine ganze Reihe von schwergewichtigen Anwendungen, von denen einige in multimedialen Zeiten einfach dazugehören:
- Spiele, mit vielen Details, großen Maps, großen Auflösungen und so weiter
- HD-Video, denn die Datei brauchen schon 5 Gigabyte für eine Stunde…
- Videoschnitt und DVD-Authoring, denn eine DVD hat nunmal 4-9 Gigabyte
Die neuen Prozessoren sind längst 64-bittig. Ich verstehe das so, dass man etwas Speicher braucht, um Overheads auszugleichen (also Ausbau nicht unter 4 Gigabyte). Nun gut, RAM kostet ja nicht mehr die Welt. Bleiben also Betriebssystem und Anwendungen. Gentoo-User schreckt das erst mal nicht, das ist einigermaßen flugs wiederhergestellt, und die Software ist damit 64-bittig.
Bei Windows wäre das ein willkommener Anlass für ein Redesign unter Windows 7. Windows kann 32-Bit-Code ausführen, aber es bedeutet allemale einen tiefen Schnitt, im Falle von Windows 7 auch einen entgültigen Abstand von vertrautem 16-Bit-Code aus seligen Windows-3-Tagen, von dem der ein oder andere sicher noch rumdümpelt.
Man sollte also entweder sein altes Windows auf einer “rightsizeten” (schön häßliches Denglisch, gell?) Kiste aufheben, für solche Software, die man nicht wegwerfen kann oder will.
Auch bei Gentoo und anderen Linuxdistros gibt es nicht jedes Paket für jede Plattform, jedenfalls nicht in “stable”. Denn nicht jeder Source ist wirklich so portabel programmiert, wie man sich das wünscht, und es gibt unliebsame Überraschungen, wenn die Datentypen auf einmal unerwartete Größen haben. Da muß man sich auch schon mal an die eigene Nase fassen, welche unerlaubten Annahmen man über “int”, “long”, “long long”, “size_t” (und wie sie alle heißen) machte.
Man hält halt zu viel für selbstverständlich, wenn man in der großen Masse schwimmt, auch als Entwickler.